• Hungrig auf Meer

Drei Tage in der "Pink City" Jaipur - Reisebericht, hilfreiche Tipps und Eindrücke

Aktualisiert: 4. Dez 2019

Ohne Frage: Jaipur ist hektisch. Mit über drei Millionen Einwohnern gehört Jaipur zu den chaotischen, lauten und bunten Großstädten Indiens. Berühmt ist die sogenannte "Pink City" für ihre Altstadt mit ihren rötlichen Gebäuden, wo Händler in engen Gassen ihre Ware verkaufen. Neben der Altstadt gibt es historisch einzigartige Gebäude, die von königlichen Familien vor hunderten Jahren gebaut wurden, die die Hauptstadt in eine florierende Touristendestination verwandelt haben. Wir haben insgesamt vier Tage in dieser Stadt verbracht und geben euch hier unsere Eindrücke und hilfreiche Tipps für euren Besuch in Jaipur.


Altstadt von Jaipur am Nachmittag

Übersicht des Beitrags:


#1 Das Treiben der Pink City

#2 Raus aus dem Großstadtjungle, ab zum Amber Fort

#3 Die Aussichten vom Jaigarh Fort und Nahargarh Fort genießen

#4 Empfehlungen für Restaurants und Unterkunft

#5 Eindrücke und allgemeines Fazit


#1 Das Treiben der Pink City


Wer schon einmal durch die Straßen Old Delhis gelaufen ist kann sich gut vorstellen, wie es in der Altstadt Jaipurs zugeht: chaotischer Verkehr, allgegenwärtiges Hupen, bunte Farben und eine Vielzahl von mehr oder weniger netten Gerüchen. Interessant ist, dass die Händler einer Gasse sich jeweils auf ein Handwerk oder eine Ware spezialisiert haben. So werden in der einen Straße Armbänder angeboten, in der nächsten gibt es Motorradmechaniker, Textilverkäufer oder Fliesenhändler. Trotz des Namens der rosaroten Stadt findet man hier kein Märchen in pink, sondern viel mehr einen rotbraun gefärbten Stadtkern. Sehenswert ist dieser allemal, insbesondere auch die Stadtmauer mit ihren verschieden verzierten Toren. Diese Farben gab es auch nicht immer in Jaipur, sondern wurden anlässlich des Besuchs von Albert Edward, Prince of Wales im Jahr 1876 als Zeichen der Gastfreundschaft gewählt, woher auch der Ursprung für den Namen "Pink City" ruht.

Enge Gasse mit chaotischer Verkehr in der Pink City Jaipur

Die Altstadt ist weitläufig, so dass man hier einige Stunden zum Erkunden einplanen kann. Neben dem Bazar findet man auch kleinere Tempel und ruhigere Innenhöfe. Eines unserer Highlights war der Besuch des Kirshan Chandra Ji Ka Tempels. Über eine Treppe gelangt man in den Innenhof des Hindu-Tempels, über eine weitere Treppe hinten rechts im Hof erreicht man das Dach von wo aus man einen weitreichenden Blick auf die Stadt erhaschen kann. Neben dem Bazar und den Tempelanlagen findet man hier auch berühmte Sehenswürdigkeiten. Die bekannteste ist wohl das Hawa Mahal, auch Palast der Winde genannt. Mit fast 100 vergitterten Fenstern besitzt das fünfstöckige Gebäude eine faszinierende Fassade. Die Fenster waren für Haremsdamen eine Möglichkeit das Treiben auf der Straße zu verfolgen ohne dabei gesehen zu werden. Empfehlenswert ist der Ausblick von der gegenüberliegenden Seite. Einfach in das Wind View Café setzen und mit einem Getränk die Aussicht genießen.


Das Hawa Mahal von der gegenüber liegenden Straßenseite

In Laufnähe des Windpalastes befindet sich unter anderem der City Palace und das Jantar Mantar Observatorium. Für uns ging es kurz vor Feierabend noch in das Observatorium, das Objekte für astronomische Beobachtungen ausstellt. Für Astronomieinteressierte gibt es hier viele imposante Bauwerke, die leider für Ahnungslose wie uns eher schwer erklärlich waren. Da wir die Schilder nicht sehr hilfreich empfanden, lohnt es sich bei dieser Besichtigung wahrscheinlich ein Guide. Begeistert hat uns bei unserem Besuch jedoch etwas Anderes: es gab Kombi-Tickets sowie Studentenrabatt! Das Kombi-Ticket ist für zwei Tage gültig und sollte daher nicht wie von uns abends, sondern morgens gekauft werden.

Kosten für Touristen/ Studenten: 1000 INR/ 200 INR pro Person. Besichtigt werden kann man damit: Jantar Mantar, Amber Palace, Nahargarh Fort, Hawa Mahal, Albert Hall, Vivhadhar Bag, Sisodiya Bag, Isarlat (Stand Oktober 2019).


Wir haben damit die ersten vier Sehenswürdigkeiten besucht, so dass es sich preislich gelohnt hat. Außerdem ist es bequem, da man sich so das erneute Anstellen an den Ticketschaltern sparen kann. Insgesamt haben wir uns für die Altstadt einen Tag Zeit genommen und würden es anderen, die zusätzlich noch den City Palace oder die Albert Hall besichtigen wollen, raten. Wem es an Zeit mangelt kann hier aber einen halben Tag einplanen.



#2 Raus aus dem Großstadtjungle, ab zum Amber Fort


Kurz hinter der Stadtgrenze Jaipurs liegt die kleine Stadt Amber, die weitere Sehenswürdigkeiten verbergt. Das wohl bekannteste ist das Am(b)er Fort, ein Palast, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Am bequemsten erreicht man Amber mit einem TukTuk oder Auto. Viele Fahrer bieten Tagestouren an, um einen den ganzen Tag zu chauffieren (circa 550-700 INR). Eine andere Möglichkeit ist eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus für nur 20 INR ab Hawa Mahal. Da unsere Unterkunft etwas außerhalb der Pink City gelegen war, entschieden wir uns für ein Uber-TukTuk und kamen am Ende des Tages mit knapp 500 INR zurecht.


Angekommen am Fuße des Palasts erblickt man bereits das höher gelegene Amber Fort. Über einen kurzen Treppenaufstieg von 5 bis 10 Minuten erreicht man über ein Tor in den ersten Innenhof der Festung. Bis 12:30 besteht auch die Möglichkeit mit Hilfe eines Elefantenritts oder einer kurzen Jeep-Fahrt nach oben zu gelangen. An dieser Stelle können wir von beidem nur abraten. Der Aufstieg ist über die Treppen wirklich kurz, so dass man zu Fuß schnell oben ist. Des Weiteren sollte man den Elefantenritt nicht nur aus Kosten gründen, sondern auch den Tieren zu Liebe vermeiden.

Zum Palast selbst haben wir eine gespaltene Meinung. Von außen erweckt das Amber Fort einen prächtigen Eindruck. Die Architektur des Gebäudes wurde von hinduistischen wie muslimischen Einflüssen geprägt. Die Festung ist groß, umgeben von Bergen und einer langen Stadtmauer. Auch die ersten zwei Innenhöfe mit detailreich verzierten Toren und einem gefelgten Garten beleben diesen Eindruck. Leider hielt die anfängliche Begeisterung nicht lange an. Denn der Rest des Palasts ist zum Großteil nicht gut in Stand gehalten. Schilder sind wie so oft nur eine Rarität und die vielen dunklen Gänge und Räume erwecken das Gefühl eines kleinen Labyrinths. Daher unser Fazit: ganz nett zu besichtigen, aber die große Begeisterung blieb aus.



#3 Die Aussichten vom Jaigarh Fort und Nahargarh Fort genießen


Nicht weit vom Amber Fort befindet sich das Jaigarh Fort. Nach einem 15 bis 20 minutigem, sonnigem Aufstieg zahlten wir hier 100 INR Studenteneintritt. Das Fort bietet einige Affen und die größte Kanone der Welt. Am besten gefallen hat uns jedoch der Garten der Anlage, der aber leider nicht betretbar und nur von der Mauer zu besichtigen war. Ansonsten kann man hier die Aussicht auf die Stadt Amber und auf einen Teil von Jaipur genießen. Eine Besichtigung des Jaigarh Fort ist unserer Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Uns hat es trotzdem gefallen. So wie auch unserer kurzer Abstecher bei der Stepwell und den Tempelanlagen neben dem Amber Fort.

Aussicht auf das Jal Mahal vom Jaigarh Fort

Nicht weit vom Amber Fort befindet sich das Jaigarh Fort. Nach einem 15 bis 20 minutigem, sonnigem Aufstieg zahlten wir hier 100 INR Studenteneintritt. Das Fort bietet einige Affen und die größte Kanone der Welt. Am besten gefallen hat uns jedoch der Garten der Anlage, der aber leider nicht betretbar und nur von der Mauer zu besichtigen war. Ansonsten kann man hier die Aussicht auf die Stadt Amber und auf einen Teil von Jaipur genießen. Eine Besichtigung des Jaigarh Fort ist unserer Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Uns hat es trotzdem gefallen. So wie auch unserer kurzer Abstecher bei der Stepwell und den Tempelanlagen neben dem Amber Fort.

Sonnenuntergang bei dem Nahargarh Fort

Letzter Programmpunkt des Tages war das Nahargarh Fort. Da der TukTuk-Fahrer auf halben Weg einen leeren Tank hatte, machten wir ungewollt einen kurzen Zwischenstopp am Jal Mahal, um zu tanken. Der Palast auf dem Wasser sieht im abendlichen Licht zwar ganz schön aus, jedoch stinkt es am Wasser gewaltig und eine Besichtigung ist auch nicht möglich. Daher ging es anschließend mit einem vollen Tank hoch auf das Nahargarh Fort. Dort erwartete uns unser Highlight: der rosarote Sonnenuntergang über Jaipur. Einfach traumhaft und sehr sehenswert.


Als die Sonne fast untergegangen war entschieden wir uns vom Berg runter zu laufen. Obwohl die TukTuk-Fahrer einem versichern möchten, dass das nicht geht und sehr weit ist folgten wir der Wegbeschreibung von Google Maps. Über eine Serpentinen Straße kann man einfach die Stadt erreichen und wird dabei mit einem weiteren fantastischen Ausblick belohnt. Unten angekommen fuhren wir mit einem günstigeres TukTuk zu unserer Unterkunft.



#4 Kleine Tipps und Empfehlungen für Restaurants und Unterkunft


Jaipur ist mit knapp 3,8 Millionen Menschen eine wahre Großstadt. Oftmals fragt man sich, wo man bloß leckeres Essen finden soll und

  • Kleiner Tipp: Kurz vor Ankunft am Nahargarh Fort wurden wir aufgefordert an einem kleinen Tor für den Einlass des TukTuk 10 INR zu zahlen. Es wurde behauptet, dass das Fort noch einen Kilometer entfernt ist. Das stimmt aber nicht, denn nach circa 300 Metern erreicht man sein Ziel. Wer sich das ganze sparen möchte kann hier auch aussteigen.

  • Curious Life Coffee RoastersWer schon länger in Indien ist weiß, dass es nicht immer einfach ist an einen guten Kaffee zu kommen. Bei Kaffeesehnsucht könnt ihr das moderne Café aufsuchen, das bei unserem Besuch sehr gut besucht war.

  • Samrat Restaurant: Perfekt zum Frühstücken oder zum Mittagessen kann man sich unter die Indern mischen und günstig in diesem Restaurant essen. Der Kellner konnte zwar kaum Englisch aber die Karte ist auf Englisch und hat auch ein paar Bilder auf die man ganz einfach zeigen kann.

  • Lassiwala:Nur 500 Meter entfernt vom Samrat Restaurant befindet sich der Laden, welcher für seine Buttermilchlassi bekannt ist. Nicht verwirren lassen von den anderen Läden, die sich auch so benannt haben.

  • Dagla: Das Restaurant befindet sich in der Altstadt und ist etwas teurer aber dafür wird einem ein schönes Ambiente und super Aussicht auf Delhi und Nagarah Fort geboten (und das 650ml Kingfisher Premium ist auch nicht schlecht).

Wir haben vier Nächte in der Unterkunft Free Birds verbracht. Eine Nacht im Doppelzimmer mit eigenem Bad hat circa 12,50EUR gekostet. Pluspunkte: Zimmer groß und sauber, angenehme Ruhe, in der Nähe eines Supermarkts, Möglichkeit zu kochen, gutes Wifi, nettes Personal und AC // Minuspunkte: liegt etwas entfernt von den Sehenswürdigkeiten, wenig Hostel-Atmosphäre mit anderen Reisenden



#5 Eindrücke und allgemeines Fazit


Die rotbraune Stadt Jaipur bietet viel Sehenswertes. Besonders gefallen hat uns unsere Entdeckungstour durch die Altstadt: in der einen Straße gibt es das Handwerk der Schmuckhersteller zu beobachten und in der nächsten kaufen Einwohner ihre Gewürze ein. Das rege Treiben der Pink City hat uns erneut Indiens facettenreichen Seiten gezeigt. Immer wieder sind wir erstaunt wie verkaufstüchtig die Menschen in diesem Land sind. Zwar empfindet man das ständige Ansprechen der Verkäufer oft als lästig, aber auf der anderen Seite kommen sie einem mit dem Preis stets entgegen und bemühen sich ihr Geld zu verdienen. Neben diesen positiven Seiten wird einem aber auch wieder bewusst, dass sich viele Teile noch entwicklen müssen. Denn auch in Jaipur sehen wir die Müllberge, hören den allgegenwärtigen Lärm und fühlen die Armut mancher Menschen. Diese Gegensätze sind als Reisender interessant aber auch sehr emotional.

Am auffälligsten war für uns in die extreme Luftverschmutzung in Jaipur. Insbesondere während der Rush Hour entsteht ein stockender Verkehr, welcher einem im wahrsten Sinne des Wortes den Atem raubt. Daher trugen wir während unserer TukTuk-Fahrten immer einen Schal oder Tuch vor dem Mund, was wir jedem auch empfehlen würden. Außerdem ist der Verkehr sehr chaotisch, so dass die Stadt noch stressiger als Delhi wirkt. Dies könnte auch daran liegen, dass es noch keine U-Bahn in Jaipur gibt. Die Bauarbeiten haben zwar bereits begonnen, jedoch führen sie während unserer Besuches eher zu zusätzlichen Staus. Durch die fehlende U-Bahn und den zum Teil weniger freundlichen Rickscha-Fahrern machten wir daher einen stärkeren Gebrauch der Uber-App.


Ingesamt fanden wir unseren  Besuch in der Hauptstadt Rajasthans den perfekten Zwischenstopp auf dem Weg von Agra mit dem weltberühmten Taj Mahal zur blauen Stadt Jodhpur (Beitrag zu Jodhpur findet ihr hier). Für zwei bis drei Tage kann der Großteil der Sehenswürdigkeiten besucht werden, wobei wir besonders die Besichtigung der Altstadt als auch den Sonnenuntergang vom Nahargarh Fort empfehlen können. Wer aber nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hat würden wir einen Aufenthalt in Delhi und Jodhpur näher ans Herz legen.


Das war's von uns und unserem Erfahrungsbericht rund um Jaipur. Falls ihr noch mehr über unsere Indienreise erfahren möchtet dann schaut euch auch unsere anderen Blogeinträge oder unsere Bilder zu Indien an:


Wart ihr schon mal in Jaipur oder plant ihr eine Reise in die chaotische Großstadt? Bei Fragen oder Feedback könnt ihr uns auch gerne einen Kommentar hinterlassen!

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