• Hungrig auf Meer

Der Poon Hill Trek in Nepal: unser Guide mit allen wichtigen Informationen für deine Wanderung

Aktualisiert: Apr 17

Das faszinierende Bergpanorama Nepals motiviert wahrscheinlich auch den größten Sportmuffel zumindest eine kürzere Wanderung auf sich zu nehmen, um Einblicke in die Kultur der Bergdörfer und die beeindruckende Landschaft zu bekommen. Genau dafür eignet sich der Ghorepani Poon Hill Trek im Annapurna-Gebiet perfekt. Mit seiner Länge von 4 Tagen gehört er nicht nur zu den kürzeren, sondern auch einfacheren Wanderungrouten und bietet sich so als angenehmen Einstieg in die Wanderwelt Nepals an.


Doch was erwartet dich auf dem Trek? Das schildern wir euch in unserem Reisebericht!


Ghandruk (1980m): das letzte Dorf der Poon Hill Wanderung

Übersicht des Beitrags


#1 Eckdaten des Ghorepani Poon Hill Treks

#2 Beste Wanderzeit

#3 Schwierigkeit des Treks

#4 Trekking-Erlaubnis

#5 An- und Abreise von Pokhara

#6 Poon Hill Wanderoute: Nayapul - Ghandruk

#7 Ausstattung der Unterkünfte

#8 Kosten

#9 Wandertipps für den Poon Hill-Trek

#10 Fazit: Lohnt sich der Poon Hill Trek?



#1 Eckdaten des Ghorepani Poon Hill Treks


Dauer: 4-5 Tage mit An-und Abreise

Distanz: 40 km

Schwierigkeit: leicht - mittel

Hauptsaison: Okt - Dez / Feb - April

Unterkünfte: Lodges mit Elektrizität, teils Wifi und warmen Wasser

Tickets: Permit + TIMS-Karte erforderlich

Start: Nayapul/Birethanti (1050m)

Ziel: Sonnenaufgang auf dem Poon Hill (3210m)

Ende: Ghandruk (1980m)



#2 Beste Wanderzeit


Die besten Monate zum Besteigen des Pool Hills sind Oktober und November sowie Februar bis Mai, da es zu dieser Jahreszeit weder zu warm noch zu kalt ist und es selten regnet. Grundsätzlich kann auch im Dezember und Januar gewandert werden, jedoch sollte man bei den teils vereisten Wegen und der nächtlichen Kälte vorsichtig sein.


Wir sind den Trek Ende Oktober gewandert und fanden die Temperaturen tagsüber sehr angenehm und mussten lediglich für den morgendlichen Aufstieg zum Poon Hill wärmere Klamotten anziehen. Durch die optimalen Wetterbedingungen waren unsere Rucksäcke auch etwas leichter, da wir auch ohne Schlafsäcke zurecht kamen. Der einzige Nachteil der Hauptsaison ist, dass der Wanderweg zu dieser Zeit voller ist.


Tipps: Mitte bis Ende September kann das Wetter bereits perfekt zum Wandern sein ohne dass bereits viele Touristen vor Ort sind. Um den blühenden Rhododendron zu sehen empfiehlt sich das Wandern im April.


Wer Interesse hat den Poon Hill als Teil der langen Wanderungen namens Annapurna-Circuit oder dem Annapurna-Base-Camp zu absolvieren muss sich an die Wanderhochsaison (Okt, Nov, Feb, Mär, April) halten, da Schneefall und Monsunregen das Wandern in den höheren Regionen behindert.


Wasserfall am Anfang des Poon Hill Wanderwegs

# 3 Schwierigkeit des Treks


Der Ghoepani Poon-Hill Trek ist ein super Einstieg für unerfahrene Wanderer und gehört durch seine Dauer von 4 Tagen zu den kurzen Treks. Mit einer Maximalhöhe von 3300m ist außerdem das Auftreten der Höhenkrankheit eher unwahrscheinlich, so dass sich darum keine Sorgen gemacht werden muss.


Trotzdem würden wir empfehlen ein gewisses Maß an Fitness mitzubringen, da zwischen 3-6 Stunden pro Tag gelaufen werden muss. Besonders der erste Wandertag mit dem Aufstieg von Tikehedunga bis Ghorepani hat es in sich. Dort warten über 3700 Treppenstufen auf einen, so dass Menschen mit starken Knieproblemen vorsichtig sein sollten. Da sich aber viele Hütten auf dem Weg befinden, können beliebig viele Pausen eingelegt werden.


Info: Wir sind den Trek mit Jans Eltern, beide Mitte 50, gelaufen und beide fanden den Trek absolut machbar.


Ausblick auf den Fishtail-Berg zwischen Tannen im Morgengrauen

#4 Trekking-Erlaubnis


Egal ob in einer Gruppe oder alleine gewandert wird: jeder Wanderer in der Annapurna-Region benötigt sowohl eine Trekking-Erlaubnis sowie eine TIMS-Karte. Während bei organisierten Gruppen beide Formulare von der engagierten Agentur besorgt werden und zum Teil in den Kosten integriert sind, so muss beim individuellen Trekken das Permit und die TIMS-Karte entweder in Kathmandu oder in Pohkara im Nepal Tourism Board besorgt werden.


Wichtig ist, dass für die TIMS-Karte, die wie ein Ausweis fungiert, Passfotos und bestimmte Informationen benötigt werden. Deshalb unbedingt mindestens 2 Passfotos mitnehmen und sich bereits über die Länge der Wanderung und den Versicherungsschutz im Ausland im Klaren sein, da diese angegeben werden müssen. Diese Informationen werden zwar nicht überprüft, aber falls etwas passieren sollte sind diese Informationen von Bedeutung.


Das Permit kostet Individualtrekker 3000 NPR (22,60€) pro Person und für Wanderer mit Guide oder Träger durch eine Agentur 2000 NPR (15€). Die Kosten für die TIMS-Karte sind für jeden gleich und liegen bei 2000 (15€) NPR pro Person.


# 5 An- und Abreise von Pokhara


Das Annapurna-Gebiet ist am besten von Pokhara zu erreichen. Nach Pokhara kommt man von Kathmandu aus am besten mit dem Bus oder Flieger.


Um zum 40km entfernten Startpunkt in Nayapul zu gelangen kann entweder ein Bus oder ein Jeep von Lakeside in Pokhara genommen werden. Mit dem Jeep dauert die Fahrt circa 2 Stunden, mit dem Bus kann es bis zu 3 Stunden dauern. Während die Jeepfahrt 1000 NPR (7,50€) pro Person kostet, liegt der Preis beim Busticket bei 200 NPR (1,50€).


Für den Rückweg von Ghandruk nach Pokhara gelten wieder die selben zwei Möglichkeiten. Mit dem Jeep dauert die Fahrt knapp 3 Stunden und mit dem Bus circa 4 Stunden, wobei die Kosten für die Busfahrt nun bei 500 NPR (3,80€) pro Person liegen.


Bus, der uns von Ghandruk nach Pokhara gebracht hat

# 6 Poon Hill Wanderoute: Nayapul - Ghandruk


Die bekannteste Route beginnt in Birethanti gleich unterhalb von Nayapul und endet im Dorf Ghandruk. Da wir genau diese Route selber gelaufen sind stellen wir lediglich diese hier vor. Der Weg könnte aber natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung gelaufen werden.


Um einen detaillierten Erfahrungsbericht zur Wanderung und der Route zu lesen, einfach hier klicken.


Tag 1:

Pokhara - Birethanti mit Bus 2:30

Birethanti (1050m) - Ulleri (1960m)

Mittagspause in Hile (1485m)

Distanz: 12km

Dauer: 3:15


Tag 2:

Ulleri (1960m) - Ghorepani (2860m)

Mittagspause in Banthanti (2210m) / Nangethani (2430m)

Distanz: 8km

Dauer: 2:30


Tag 3:

Ghorepani (2860m) - Poon Hill (3193m) - Ghorepani (2860m)

Frühstück: In Ghorepani nach dem Sonnenaufgang

Distanz: 3km

Dauer: 1:10


Ghorepani (2860m) - Tadapani (2630m)

Mittagspause in einem der fünf Dörfer

Distanz: 9,8km

Dauer: 4Std


Tag 4:

Tadapani (2630m) - Ghandruk (1980m)

Distanz: 6,5km

Dauer: 2Std

Ghandruk - Pokhara Bus 4Std.


Tipps: Alternativ kann am dritten Tag auch direkt bis Ghandruk gelaufen werden oder der Anfang des Poon Hills bis zum Deurali-Pass absolviert werden und dann eine längere Wanderung wie der Annapurna-Base-Camp-Trek gewandert werden.


Austieg von Nayapul bis Hille mit Blick auf grüne Reisterrassen und den Fluss

Sonnenaufgang auf dem Poon Hill mit Blick auf den Fishtail links

#7 Ausstattung der Unterkünfte


Die Unterkünfte entlang des Wanderwegs sind wie zu erwarten keine luxuriösen Unterkünfte, jedoch sind sie vergleichsweise zu weniger touristischen Wandergebieten wie im Langtang-Gebiet gut ausgestattet.


Es handelt sich meist um einfach gehaltene Zweibettzimmer mit Holzbetten und genügend Platz zum Umziehen. Warme Decken sind auch vorhanden, so dass beim Poon Hill im Notfall auch ohne Schlafsack gewandert werden kann. Viele benutzen aber lieber ihren eigenen Schlafsack, da die Decken meistens nur gelüftet statt wirklich gewaschen werden.


Zimmer in einer Unterkunft in Ulleri auf dem Poon Hill-Trek

In den meisten Unterkünften gibt es sowohl Zimmer mit und ohne eigenem Bad, so dass Preise etwas variieren können. Trotz eigener Dusche, kann es aber sein, dass das heiße Wasser nur in der Gemeinschaftsdusche vorhanden ist.


Jede Unterkunft verfügt über einen Gemeinschaftsbereich, indem das Frühstück und Abendessen angeboten wird. Dieser ist mit einem Kamin oder einem Heizkessel ausgestattet.

Das einzige was beachtet werden muss ist, dass es nur selten gut funktionierendes Wlan gibt und lediglich gegen eine Gebühr genutzt werden kann. Umso höher man läuft wird auch das Handynetz immer schwächer. Steckdosen zum Laden von Handy und Kamera sind manchmal im Zimmer vorhanden.


Tipps: In manchen Wandergebieten oder in der Nebensaison sind die Unterkünfte zum Teil kostenlos. Dafür wird aber erwartet, dass in der Unterkunft sowohl zu Abend gegessen als auch gefrühstückt wird.


Unterkünfte im Dorf Ulleri

#8 Kosten


Wanderungen in Nepal können günstig sein, insbesondere wenn man auf eine organisierte Tour verzichtet. Ob ihr mit oder ohne Guide wandern gehen möchtet, hängt natürlich von euch ab. Wichtig ist nur vor ab in Pokhara genügend Bargeld abzuheben. Wir haben zusammen 240,42€ (120,21€ pro Person) für den Poon Hill Trek ausgegeben. Dabei haben wir alles einzeln bezahlt und die Kosten unseres Guides, den wir von einem Freund empfohlen bekommen haben, mit Jans Eltern geteilt. Zur Orientierung hier eine Gesamtkostenübersicht von uns zwei:


Permit: 6000 NPR / 45,24€

TIMS-Karte: 4000 NPR / 30,16€

Eintritt Poon Hill: 200 NPR / 1,50€

Unterkünfte: 1000 NPR / 7,54€

Essen: 6260 NPR / 47,20€

Jeep hin: 3000 NPR / 22,62€

Bus zurück: 1000 NPR / 7,54€

Taxi vom Busbahnhof: 350 / 2,64€

Schlafsack gemietet: 400 NPR / 3,02€

Guide: $80 /73,16€


Wir empfehlen somit ein Tagesbudget von etwa 30€-50 € pro Person, wenn du ohne Guide oder Porter wanderst. Alternativ können auch organisierte Touren gebucht werden, die ab 200€ pro Person anfangen. Zwar sind die Kosten dann höher, jedoch kümmert sich die Agentur um die gesamte Planung. Außerdem sind dann zumeist alle Kosten wie das Permit oder das Essen im Preis enthalten.


Info: Statt einem Gesamtpaket können Guides und Träger zum Teil auch separat gebucht werden. Die Leistung eines Guides kostet zwischen $20-$40 pro Tag, während ein Porter circa $15-$20 kostet.


Esel beim Tragen von Steine in Tadapani

#9 Wandertipps für den Poon Hill


Wenig einpacken: Egal ob du deinen Rucksack selber trägst oder einen Träger hast, achte darauf nicht zu viel mitzunehmen. Dein Rücken oder dein Porter wird es dir danken.


Eintrittsgebühr nicht vergessen: Beim Aufstieg zum Sonnenaufgang auf dem Poon Hill die Eintrittsgebühr von 100 NPR pro Person mitnehmen.


Bring Snacks mit: Je höher man kommt, desto teurer werden die Preise. Für den kleinen Hunger zwischendurch oder dem Kaffee am Morgen am besten in Pokhara einkaufen gehen.


Hochsaison vermeiden: Der Poon Hill Trek ist sehr beliebt, um einen ruhigere Wanderung zu genießen und die Bergbewohner auch in der Nebensaison zu unterstützen, überlege dir vielleicht im September oder Mai zu wandern.


Wiederverwendbare Flasche mitnehmen: Unbedingt eine wiederauffüllbare Flasche mitnehmen oder direkt einen Flasche mit integrierten Filter kaufen. Aus Umweltschutzgründen können ab Ghorepani keine Plastikwasserflaschen mehr gekauft werden.


Warm anziehen: Beim Warten auf den Sonnenaufgang auf dem Poon-Hill kann es frisch werden, daher empfehlen wir Mütze und Handschuhe nicht zu vergessen. Außerdem ist eine Taschenlampe oder das Handylicht beim Aufstieg im Dunkeln hilfreich.


Maps.me runterladen: Die App ist super hilfreich in Nepal und kann beim Wandern ohne Guide eine Stütze sein.


Laura beim Überqueren einer Hängebrücke beim Aufstieg nach Ulleri


#10 Fazit: Lohnt sich der Ghorepani Poon Hill Trek?


Der Poon Hill Trek eignet sich nicht nur für Neulinge der Wanderwelt, sondern auch für diejenigen die nur wenig Zeit haben, um die beeindruckende Bergkette des Himalayas zu sehen. Trotz der Kürze von nur 4 Tagen erhält man interessante Einblicke in das Leben der Dorfbewohner, entdeckt Flüsse und Wasserfälle und kann die malerische Landschaften genießen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Annapurna-Gebiet von Pokhara nur zwei Stunden entfernt liegt und verhältnismäßig gut angebunden ist.


Das absolute Highlight des Treks ist der Sonnenaufgang vom Poon Hill. Das Naturschauspiel ist wirklich atemberaubend und die Mühe, um auf die 3200m hohe Plattform zu kommen, wirklich wert.


Einzig und allein die Tatsache, dass das gesamte Annapurna-Gebiet sehr beliebt und dadurch sehr touristisch ist, gibt dem Poon Hill Trek einen kleinen Minuspunkt. Trotzdem finden wir, dass die Wanderung ein tolles Erlebnis war und können den Trek nur empfehlen.


Weitere Bilder zu unserem Trek und Nepal als auch ein kurzes Video findet ihr unter:


- Fotogalerie Nepal

- Erfahrungsbericht Poon Hill

- Nepal Reisevideo

- Langtang Valley Trek

- Wandern in Nepal mit oder ohne Guide?


Fotograf beim Sonnenaufgang auf dem Poon Hill mit seinem Stativ

Wart ihr schon mal in Nepal wandern oder habt ihr es vielleicht vor? Teilt eure Erfahrungen und Pläne mit uns, wir würden uns freuen!

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