• Hungrig auf Meer

Ultimativer Guide zum Langtang Valley Trek: unser Erfahrungsbericht sowie hilfreiche Tipps

Aktualisiert: Juni 4

Die Langtang Region hat es im April 2015 zu traurigem Ruhm gebracht als die erschütternden Bilder von zerstörten Dörfern, eingestürzten Brücken und verzweifelten Menschen, die ihre Liebsten verloren hatten um die Welt gingen. Denn das Gebiet gilt als die vom Erdbeben am schwersten getroffene Region in Nepal. Und obwohl die Folgen auch noch heute zu spüren und sehen sind hat die Landschaft ihren Charme nicht verloren. Ganz im Gegenteil, der Langtang-Trek überzeugt durch seine pittoreske Landschaft, etliche Wasserfälle, tibetanische Küche, den niedlich grasenden Yaks und den freundlichen Menschen denen man auf dem Trek begegnet.


Wir haben im November 2019 eigenständig den Trek absolviert und uns in diese wundervolle Region wirklich verliebt. Falls ihr gerade eine Wanderung im Langtang-Gebiet plant und nach Informationen sucht, dann seid ihr hier richtig. Wir beschreiben unseren Erfahrungsbericht und geben euch hilfreiche Tipps.

Gebetsflaggen nahe des Dorfs Mundu mit Blick auf den Berg Kyanji Ri

Übersicht des Beitrags: 


#1 Besorgung des Trekking Permits

#2 Anfahrt von Katmandu

#3 Mögliche Wanderroute und unser Erfahrungsbericht

#4 Rückfahrt nach Kathmandu 

#5 Übersicht der Etappen

#6 Nützliche Tipps

#7 Eigene Eindrücke und Fazit



#1 Besorgung des Trekking Permits


Wer wie wir ohne Guide und Porter wandern gehen möchte muss sich eigenständig um sein Permit für den Langtang-Nationalpark kümmern (zum Blogeintrag über unsere Erfahrung mit und ohne Guide geht es hier). Dieses kann man im Voraus in Kathmandu besorgen oder einfach direkt am Check-Point zum Nationalpark kaufen. Die Jeeps sind sowieso verpflichtet dort zu halten, da das Eintrittsdatum in den Park notiert wird.


Während die Guides in unserem Jeep erst dort die Permits für die Touristen, die sie begleitet haben, gekauft haben, so haben wir unsere bereits in Kathmandu im Nepal Tourism Board besorgt und 3000 NPR (23 EUR) pro Person bezahlt. Zusätzlich haben wir eine TIMS-Karte für noch einmal 2000 NPR (16 EUR) pro Person gekauft, wobei uns nachträglich von vielen Einheimischen und Guides gesagt wurde, dass man diese ausschließlich für das Annapurna-Gebiet braucht. Da wir auch an keinem Check-Posten danach gefragt wurden, würden wir empfehlen nur das Permit zu kaufen (auch wenn das Touristenbüro die TIMS-Karten anscheinend gerne grundlos verkauft...).



#2 Anfahrt nach Syapru Besi


Sowohl der Langtang Valley Trek als auch der Gosaikunda Lake Trek fangen zumeist in der 130 Kilometer entfernten Stadt Syaphru Besi (oftmals auch Syabrubesi, Syabru Besi oder Syabru Bensi geschrieben) im Norden von Kathmandu an. Um dahin zu kommen eröffnen sich einem zwei Möglichkeiten:


1. Eine 10-Stunden Höllenfahrt mit einem lokalen Bus bei dröhnender nepalesischer Musik

2. Eine sehr holprige aber sicherere 8 Stunden Fahrt in einem geteilten Jeep (1000 NPR)


Wir haben uns, mit Gedanken an unserer Busfahrt von Ghandruk nach Pokhara, für letztere Option entschieden und es nicht bereut. Neben dem Fahrer werden neun Menschen in dem Jeep untergebracht. Das bedeutet eine glückliche Person sitzt vorne als Beifahrer und in den zwei Reihen dahinter sitzen jeweils vier Menschen. Das bedeutet zwar, dass man etwas eingequetscht wird, aber dafür ist die Fahrt um zwei bis drei Stunden kürzer und weniger gefährlich als eine Busfahrt. Außerdem halten die Jeep-Fahrer an zwei sehr guten Restaurants. Besonders beim zweiten Stopp lohnt es sich die Kräfte aufzutanken, denn das vegetarische Dal Bhat im Jimbu Restaurant kostet nur 300 NPR und ist wirklich lecker.


Gebucht haben wir die Fahrt zwei Tage vor Abreise für 1000 NPR pro Person in dem Büro namens "Nepal Wilderness Trekking" in Thamel, das wir irgendwie im Internet gefunden haben. Der Besitzer sprach gutes Englisch und buchte uns die Tickets binnen weniger Minuten. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit die Tickets direkt am Jeepticketschalter im Norden der Stadt auf der Ring Road (auf MapsMe eingezeichnet) zu kaufen, was wahrscheinlich etwas billiger ist.


Wichtig: Lasst euch bei Buchung eine Jeep-Nummer oder Kennzeichen geben. Wir selber hatten keine auf unserer Rechnung, die als Ticket fungieren sollte,  stehen und hatten damit ein wenig Stress, den man so früh am Morgen eher vermeiden möchte. Die Abfahrt war nämlich für 7:30 geplant.


#3 Mögliche Wanderroute und unser Erfahrungsbericht 


Tag 1. Kathmandu - Syaphru Besi

1km / Höhenunterschied 0m. 


Wie schon erwähnt beginnt der Langtang Valley Trek in Syaphru Besi, einer kleinen und unattraktiven Durchfahrtsstadt aus der wir eigentlich so schnell wie möglich wieder raus wollten. Unsere ursprüngliche Idee war es bis nach Bamboo zu wandern und dort zu übernachten. Da wir aber erst um 14 Uhr angekommen sind und ziemlich erschöpft von der holprigen Jeepfahrt waren, entschieden wir uns zu mindestens über die Brücke bis Old Syaphru Besi zu gehen.


Wie der Name es schon verrät ist das die Altstadt und historisch gesehen der Ursprung des Dorfes, wobei es nach dem Erdbeben quasi komplett neu aufgebaut werden musste. Die Altstadt befindet sich auf der anderen Flussseite, gut einen Kilometer von der Bus- und Jeephaltestelle entfernt. Wir empfanden es dort angenehm ruhig und landschaftlich schöner, wobei die Übernachtung auch günstiger war. Außerdem kennzeichnet Old Syapru Besi ohnehin den Startpunkt der Wanderung, so dass jeder Wanderer durch diesen Stadtteil wandern muss.


Langtangfluss - Aussicht von einer Brücke in Old Syapru Besi

Übernachtet haben wir in dem Guesthouse, das sich direkt rechts hinter dem Torbogen befindet und blau angestrichen ist (wir haben es als Guesthouse auf MapsMe vermerkt, leider wissen wir den Namen nicht). Dort lebt eine sehr liebe Familie mit drei Töchtern, welche sehr gut Englisch sprechen. Besonders gefallen hat uns ihre Küche, die gleichzeitig das Wohn- und Esszimmer darstellt. Da wir früh vor Ort waren konnten wir uns ein Zimmer aussuchen und haben für die Übernachtung nur 200 NPR bezahlt.


Tag 2. Syaphr Besi - Lama Hotel

9.8km / Höhenunterschied 1.100m.


Der zweite Tag ist offiziell der erste Wandertag und für die meisten steht der Aufstieg von Syaphru Besi zum Lama Hotel an. Lama Hotel steht übrigens nicht für nur ein Hotel, sondern für ein kleines Dorf in dem es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Es besteht aber auch die Option woanders zu schlafen, da der Weg durch mehrere kleinere Ortschaften und Dörfer führt und es so auch genügend Möglichkeiten gibt, um Rast einzulegen und die traditionelle Küche auszuprobieren.


Bis auf den Anfang der Strecken sowie einem kurzen Teil entlang einer Straße läuft man den Großteil im schattigen Wald. Der Weg windet sich die ganze Zeit entlang des Langtangflusses was einem immer wieder spektakuläre Anblicke reißender Wasserfälle und eine gute Sicht auf das Tal beschert. Der Weg bis zu dem Dorf Bamboo geht immer wieder hoch und runter aber nie sehr steil, wobei es danach über einen kleinen Schuttabhang und vielen Treppen zum Lama Hotel geht. Wer Badesachen einpackt kann auch einen Stop in Paigo einlegen und sich in den Hot Springs, die es übrigens auch in Syabru Bensi gibt, kurz entspannen.


Blick auf den Langtangfluss vom Sherpa-Guesthouse in Bamboo

Unsere Mittagspause für den Tag haben wir etwas nach der Hälfte des Weges in Bamboo gemacht, da wir auf der Jeepfahrt durch Zufall den sympathischen Sherpa-Guesthouse-Besitzer kennengelernt haben. Diesen Halt können wir nicht nur als perfekten Zwischenstopp empfehlen, sondern auch weil das Guesthouse einen wunderschönen Ausblick auf den rauschenden Fluss bietet. Darüber hinaus hatten wir hier das beste tibetanische Brot auf der gesamten Wanderung und können jedem nur ans Herz legen es so früh wie möglich zu probieren. 


Obwohl die gesamte Strecke für den Tag in circa vier Stunden Laufzeit zu meistern ist, so ist es wirklich ratsam sich Zeit zu lassen, Pausen einzulegen und viel zu trinken, um das Risiko der Höhenkrankheit zu minimieren. Das gilt nicht nur für den ersten Tag, sondern besonders für die folgenden Tage. Denn gefühlt hatten ein Drittel der Personen mit denen wir gesprochen hatten leichte bis mittlere Anzeichen der Höhenkrankheit vor allem ab Tag 2 und 3.


Frau bei Zubereitung einer Brennesselsuppe im Lama Hotel Dorf

Angekommen in dem Dorf Lama Hotel haben wir uns das Tibet Guest House ausgesucht, indem wir kostenlos ein Zimmer mit Doppelbett bekamen. Die Unterkunft hatte sowohl eine kostenlose Solar- sowie eine mit Gas beheizte Dusche für die man 200 NPR zahlen musste. Natürlich probierten wir die Solardusche aus, die zwar leider nur lauwarm war, aber trotzdem sehr gut tat. Wirklich gefallen hat uns, dass abends in großer Runde im beheizten Raum gemeinschaftlich gegessen wurde. Außerdem war die Familie sehr freundlich und die Frau auf dem oberen Foto gab uns ihre Brennesselsuppe später auch zu probieren.


Ingesamt fanden wir diese Unterkunft irgendwie gemütlicher als die Unterkunft etwas oberhalb namens Origin Lama Hotel. Dort schliefen wir wegen Vollbelegung auf unserem Rückweg. Falls ihr außerhalb des "größeren" Dorfes übernachten möchtet dann könnt ihr auch das erste Hotel in Rimche ausprobieren. Uns wurde mitgeteilt, dass es dort auch schön ist.



Tag 3. Lama Hotel - Gumba

10km / Höhenunterschied 910m 

Tag 3 ist wahrscheinlich der schönste Tag der Wanderung und bringt die meisten von Lama Hotel hoch nach Langtang Valley auf 3500 Metern. Dazu zwei Anmerkungen: 


1. Wenn ihr genügend Zeit habt solltet ihr euch überlegen bereits in Ghoda Tabela (das ursprüngliche Dorf wurde komplett zerstört was ihr sehen könnt, wenn ihr nicht über die Hängebrücke lauft sondern den Weg weiter geradeaus auf der linken Seite des Flusses nehmt) einzulegen. Das Dorf liegt auf 3000 Metern Höhe, hat die besten Himalayan Fried Noodles und so kann sich der Körper besser akklimatisieren. Wir haben es nicht gemacht aber dazu gleich mehr.


2. Wenn ihr doch weiterlaufen möchtet, dann schaut euch die Unterkünfte in Gumba, dem letzten Dorf direkt vor dem Langtang Valley, an. Hier übernachten weniger Leute und die Aussicht ist wunderschön, da man das Tal in beide Richtungen bestaunen kann. Wir haben diese Alternative gewählt. 


Der Wandertag führt zunächst durch ein weiteres Waldstück, wobei ab 3000m die Bäume weniger werden. Kurz vor dem Dorf Ghoda Tabela wird man auf einer Lichtung von der Sonne geküsst, die sich bei der morgendlichen Wanderung noch hinter den Bergen versteckt hatte. Auf dem Weg nach oben kommen wieder einige Möglichkeiten, um eine Rast einzulegen, Tee zu trinken oder die lokale Küche weiter zu entdecken. Der Tag war für uns gefühlt weniger anstrengend als der vorherige und wir kamen bereits gegen 14 Uhr in Gumba an, wo uns die beeindruckende Aussicht überzeugte in der Unterkunft Langtang View Guesthouse zu übernachten.



Das Guesthouse hat uns sehr gut gefallen. Während die Unterkünfte bis Gumba wirklich einfach waren so konnten wir hier endlich unsere Kameras und Handys laden sowie in der Solardusche heiß duschen. Die Inhaber sind sehr herzlich und führen sogar eine kleine Bäckerei, die wirklich zu empfehlen ist. Wie in der Nacht zuvor haben wir lediglich für das Essen bezahlt und hatten ein Zimmer mit eigenem Bad.


Tag 4. Gumba - Mundu

3km / Höhenunterschied 200m

Leider funktioniert nicht immer alles nach Plan und so kam es, dass Jans extrem verspannter Nacken vom Rucksacktragen ihm eine Migräne bereitete und auch bei mir machten sich leichte Kopfschmerzen bemerkbar. Daher gingen wir von Gumba lediglich durch das Langtang Dorf bis zum TipTop Guesthouse in Mundu, wo wir uns den restlichen Tag ausruhten. Dabei waren wir übrigens nicht die einzigen: ein australisches Pärchen vom Vorabend und ein Ehepaar aus Frankreich legten ebenfalls hier einen Ruhetag ein.


Wer sich fit fühlt kann am vierten Tag bis in die letzte Stadt Kyanjin Gomba auf 3900m laufen. Die Strecke beträgt circa 8km und es werden weitere 500 Höhenmeter überwunden. Von Kyanjin Gomba können Tageswanderungen gemacht werden wie zum Beispiel auf den niedrigeren Kyanjin Rii auf 4300 Meter oder auf den höheren auf 4600 Meter. Wir können hier aber nur noch einmal betonen, dass es sich lohnt spätestens in Kyanjin Gomba aber im besten Fall bereits zuvor einen kompletten Tag Pause einzulegen. Auch wenn es die eigene Sportlichkeit nicht verlangt, so haben wirklich viele bei diesem Trek mit dem Höhenunterschied zu kämpfen. Um das Ganze genießen zu können sollte man auf seinen Körper hören und lieber einen Tag länger einplanen.

Kleiner Yak im Langtang-Gebiet

Da nicht mehr viele Tage bis zu unserem Flug nach Myanmar übrig waren entschieden wir uns an Tag 5 unserer Wanderung den Rückweg anzutreten. Natürlich waren wir ein wenig traurig, dass wir das letzte Dorf nicht erreicht hatten aber trotzdem waren wir unendlich froh die wundervolle Langtang-Region entdeckt zu haben. Die geselligen Abendessen mit anderen Wandern, die vielen herzwärmenden Begegnungen mit den Bergmenschen und die atemberaubende Landschaft werden wir so schnell nicht vergessen.




#4 Rückfahrt nach Kathmandu


Die Abreise gestaltet sich ähnlich wie die Anreise. Das heißt es kann entweder ein Jeep oder Bus genommen werden, wobei es beim Bus sowohl einen lokalen wie einen „VIP“-Bus gibt. Mit VIP ist aber lediglich gemeint, dass der Bus nur so viele Leute mitnimmt wie es Plätze gibt und nicht auf der Strecke immer wieder anhält und Leute aus- und zusteigen lässt. Trotzdem haben wir uns auch auf der Rückfahrt für den Jeep entschieden, da er erstens billiger und schneller als beide Bus-Optionen war (ja, klingt unlogisch, ist aber so).


Altstadt von Syapru Besi nach der Brücke

Der Jeep hat uns 700 NPR pro Person gekostet und ist um neun Uhr morgens losgefahren, wobei wir erst um 14:30 in Kathmandu ankamen. Laut den Einheimischen sind die Jeeps sehr beliebt und daher sollte man seine Plätze am besten einige Tage früher reservieren, da der Andrang größer scheint als in Kathmandu. Wir hatten Glück, denn wir haben erst am Vorabend versucht Rückfahrttickets zu bekommen und gerade so die zwei letzten Plätze bekommen. Dabei bekamen wir Hilfe von der Familie bei der wir in Syphru Besi schon einmal übernachtet hatten.


Tipp: Falls ihr wisst wann ihr eure Rückfahrt nach Kathmandu nehmen möchtet, dann lohnt es sich vielleicht das Ticket vorzubestellen, außer euch stört es nicht im Notfall den Bus zu nehmen.


Die VIP Busfahrt kostet 750 NPR pro Person und dauert anscheinend zwei Stunden länger als die Jeepfahrt. Die Tickets gibt es am Schalter in New Syapru Besi (auf MapsMe eingezeichnet) zu kaufen. Da wir diese Option nicht verwendet haben, können wir dazu leider nicht mehr sagen. 



#5 Übersicht der Etappen


Um eure Wanderroute bei der Langtang-Valley-Route besser planen zu können, hier unsere Vorschläge wie die einzelnen Etappen gestaltet werden können, wobei wir wirklich empfehlen lieber mehr Zeit einzuplanen:


Tag 1: Anfahrt von Kathmandu nach Syphru Besi

Tag 2: Wanderung von Syphru Besi zum Lama Hotel 

Tag 3: Wanderung vom Lama Hotel bis Ghoda Tabela oder Gumba

Tag 4: Ghoda Tabela/Gumba nach Mundu oder Kyanjin Rii

Tag 5: Ruhetag in Mundu/Kyanjin Rii

Tag 6:  Tageswanderungen von Mundu/Kyanjin Rii

Tag 7 + 8: Abstieg nach Syaphru Besi

Tag 9: Rückfahrt nach Kathmandu


Wir haben insgesamt sieben Tage für die Wanderung mit Hin- und Rückfahrt benötigt, wobei wir leider nicht bis zu den Tagestouren gekommen sind. An sich ist der gesamte Trek mit einer Tageswanderung inklusive Abstieg und Abfahrt gut in acht Tagen zu bewältigen, aber dies empfehlen wir nur denjenigen, die sich wirklich gesund und fit fühlen.


Laura beim Aufstieg in das Dorf Mundu

#6 Nützliche Tipps


1. Unbedingt Sonnenbrille und Sonnencreme einpacken! Wir hatten auf beides verzichtet und vor allem ersteres stark vermisst, da es ab 3000 Metern sehr sonnig wird.


2. Lasst euch Zeit! Wenn ihr Zeit habt und das Risiko der Höhenkrankheit minimieren möchtet, dann geht die Wanderung entspannt an und legt lieber eine Übernachtung mehr ein. Davon habt ihr mehr als wenn ihr frühzeitig runter müsst oder mit Kopfschmerzen rumlauft. 


3. Kauft in Kathmandu unbedingt Klopapier und wer mag Snacks sowie Kaffeepulver oder Teebeutel! Auf den Hütten gibt es kein Klopapier und desto höher ihr kommt desto teurer werden Essen und Trinken. Während ein schwarzer Tee sonst 50 NPR pro Tasse kostet so sind es in Langtang Valley 130 NPR. Denkt aber bitte auch dran, dass dies daran liegt, dass die Lebensmittel hochgetragen werden müssen und die Menschen in den Dörfern vom Tourismus leben und abhängig sind. 


4. Überlegt euch wie ihr das Problem mit sauberem Trinkwasser lösen möchtet! Hierbei kann es sinnvoll sein sich einen Lifestraw zu kaufen oder eine Auffüllflasche mit Wasseraufbereitungstabletten mitzunehmen. So spart ihr nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Plastik. Die Wasserflaschen ab Bamboo haben 300 NPR anstatt 20-30 NPR in Kathmandu gekostet.


5. Ladet euch die App MapsMe herunter! So wie überall in Nepal ist MapsMe bei weitem zuverlässiger als Google Maps. Selbst die Wanderwege sind eingezeichnet und können euch im Notfall helfen. Übrigens: Handyempfang hatten wir mit NCell ab dem Dorf Bamboo auch nicht mehr. Das heißt, wenn euch auffällt das etwas auf der Maps.me-Karte nicht eingezeichnet ist, dann fügt es hinzu, denn es könnte anderen helfen, die auch auf die Offline-Karte angewiesen sind.


6. Ein Schlafsack sowie eine warme Jacke lohnen sich bei dem Trek im November/Dezember auf jeden Fall. Ausgeliehen hatten wir unsere Sachen in Kathmandu im Laden "Kalapatthar Trekking Store". Pro Jacke und Schlafsack zahlten wir 100 NPR (0,80 EUR) pro Tag, wobei wir neue Jacken im zweiten Stock des Ladens erhalten haben. Für das Ausleihen wird normalerweise eine Kaution verlangt. Da wir nicht so viel zahlen wollten haben wir Jans Führerschein abgegeben und eine Anzahlung von 1500 NPR geleistet. Wir waren wirklich sehr zufrieden.


7. Nimmt euch Wechselschuhe mit, auch wenn es nur Flipflops sind! Ihr könnt es wahrscheinlich denken, aber eure Schuhe werden ziemlich böse riechen, so dass Wechselschuhe für abends wirklich angenehm sind. 


8. Falls ihr habt nehmt euch ein Solarladegerät oder ähnliches mit. Auf den Hütten bis Gumba gibt es in den Zimmern keine Steckdosen, so dass unsere GoPro den Geist aufgegeben hat.


9. Versteckt eure Geräte wie Handys und Kamera in der Nacht unter der Bettdecke oder unter Klamotten! Da es nachts sehr kalt wird entladen sich die Geräte sehr schnell. 



#7 Eigene Eindrücke und Fazit


Für uns war dieser Trek der zweite in Nepal und obwohl wir den Poon Hill Trek auch eindrucksvoll fanden, so war die Wanderung durch die Langtang-Region definitiv unser Highlight während unserer einmonatigen Nepalreise. Das Gebiet ist einfach traumhaft schön und sehr abwechslungsreich. Neben unzähligen Wasserfällen begegnet man friedlichen Yaks, hört das Rauschen des Langtang-Flusses, sieht die schneebedeckten Gipfel der Berge und genießt die Sonnenstrahlen im Tal. Wir haben auf unserem Trek nicht nur andere sympathische Wanderer aus aller Welt kennengelernt, mit denen man in einer großen Runde zu Abend isst, sondern durften auch die herzlichen Bergbewohner kennenlernen, die uns mit ihrem warmen Lächeln und ihrem leckeren Essen wirklich bereichert haben.


Weißer Yak der die Aussicht im Langtang-Gebiet genießt

Ein weiterer Pluspunkt des Langtang-Treks ist die geringerer Anzahl an Wanderern sowie der abwechslungsreiche Weg. Denn es geht hoch und runter, mal über Treppen, mal über Felsen, mit einer wechselhaften aber immer schönen Aussicht nach oben. Somit bleibt nur zu sagen, dass wir den Langtang-Trek jedem nur wärmsten empfehlen können und auch noch einen Monat später von tibetanischen Brot und süßen Yaks träumen.


Na haben wir eure Wanderlust oder euren Reisehunger für Nepal wecken können? Bei Fragen schreibt uns gerne einen Kommentar. Ansonsten schaut gerne auch unsere anderen Blogeinträge oder unsere Fotogalerie an:

- Fotogalerie Nepal

- Hiking in Nepal: mit oder ohne Guide?

- Nepal Video

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