• Hungrig auf Meer

Ultimativer Guide zum Langtang Valley Trek: Unser Erfahrungsbericht mit hilfreichen Tipps & Bildern

Aktualisiert: 7. Okt.

Die Langtang-Region nördlich von Kathmandu hat es im April 2015 zu traurigem Ruhm gebracht. Denn das Gebiet galt als die vom Erdbeben am Schwersten getroffene Region in Nepal. Und obwohl die Folgen auch noch heute teilweise zu spüren und sehen sind, hat die Landschaft ihren Charme nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Der Langtang-Nationalpark ist nach wie vor ein traumhaftes Wanderziel.


Bei unserer Langtang-Tal-Wanderung wurden wir von der atemberaubenden Landschaft, den süßen Hütten, Wasserfälle und abwechslungsreichem Gelände begeistert. Außerdem ist das Wandergebiet weniger besucht und daher ruhiger als beispielsweise die Annapurna-Region. Ein weiteres Highlight sind die unglaublich freundlich und warmen Nepali und Tamang sowie die niedlichen Yaks.


Im November 2019 haben wir den sogenannten Langtang-Valley-Trek eigenständig vom Dorf Syapru Besi absolviert und uns in diese wundervolle Region verliebt. Falls du gerade eine Wanderung im Langtang-Gebiet planst und nach hilfreichen Informationen suchst, dann bist du hier richtig. Wir beschreiben unseren Erfahrung und geben dir hilfreiche Tipps.

Praying flags near Mundu with view on the mountain Kyanji Ri (by hungrigaufmeer)
Gebetsflaggen nahe des Dorfs Mundu mit Blick auf den Berg Kyanji Ri

Übersicht des Beitrags: 

#1 Übersicht zur Langtang-Tal-Wanderung

#2 Gut zu wissen: Allgemeine Infos

#3 Vorbereitung: Besorgung der Trekking-Erlaubnis ("Permit")

#4 Anfahrt von Kathmandu nach Syaphru Besi

#5 Mögliche Wanderroute: Unser Erfahrungsbericht

#6 Rückfahrt nach Kathmandu 

#7 Unsere 9 nützliche Tipps

#8 Eigene Eindrücke und unser Fazit


#1 Übersicht zur Langtang-Tal-Wanderung


Ort: Langtang-Nationalpark nördlich von Kathmandu

Beste Wanderzeit: März - April / Oktober - November

Distanz: 60km mit Tageswanderung zum Kyanjin Rii

Dauer: 7 -10 Tage mit Ab- & Anreise

Start & Ende: Syaphru Besi (700m)

Ziel: Dorf Kyanjin Gompa (3900m), optional mit Tageswanderungen zu den Gipfeln Kyanjin Rii (4773m) oder Tserko Ri (5120 m)

Aufstieg: 4000 Höhenmeter

Optional: Verbinden mit Gosaikunda oder Tamang Heritage Trek

Schwierigkeit: Aufstieg bis Kyanjin Gompa leicht bis mittel & Tageswanderungen bis zu den Gipfeln mittel bis schwer


Etappen:

Um dir einen ersten Eindruck von dem Langtang-Valley-Trek zu geben und das Planen für dich zu erleichtern, hier unser Etappenvorschlag. Mehr zu den einzelnen Dörfern/Hütten und den Entfernungen findest du weiter unten in unserem Erfahrungsbericht. Ein Tipp vorab: Immer lieber mehr Zeit (1-2 Tage Puffer) einplanen:


Tag 1: Anfahrt von Kathmandu nach Syphru Besi

Tag 2: Wanderung von Syphru Besi zum Lama Hotel 

Tag 3: Wanderung vom Lama Hotel bis Ghoda Tabela oder Gumba

Tag 4: Ghoda Tabela/Gumba nach Mundu oder Kyanjin Gompa

Tag 5: Ruhetag in Mundu/Kyanjin Gompa

Tag 6: Tageswanderung (auf Kyanjin Rii oder Tserko Ri)

Tag 7: Tageswanderung/Ruhetag

Tag 8 + 9: Abstieg nach Syaphru Besi

Tag 10: Rückfahrt nach Kathmandu


Wegen Zeitmangel und Kopfschmerzen haben wir keine Tageswanderung gemacht und daher insgesamt 7 Tage für die Wanderung mit Hin- und Rückfahrt benötigt. Grundsätzlich könnt ihr diesen Vorschlag auch in 8 oder 9 Tagen machen, aber das sollte immer davon abhängig gemacht werden, wie du dich fühlst.



#2 Gut zu wissen: Allgemeine Infos

  • Als Unterkünfte kannst du die zahlreichen Hütten, sogenannte "teahouses" aufsuchen. Sie sind recht simpel gestaltet aber bieten oft ein Zimmer mit Toilette, 2 Bettdecken und Kissen an. Je nach Jahreszeit ist ein Schlafsack aber auch ziemlich angenehm.

  • Bis zum Dorf Kyanjin Gompa (3900m) ist die Wanderung recht einfach bis moderat und somit für Anfänger geeignet. Die Tageswanderungen und besonders die Höhe verlangen aber dann eine gewisse Sportlichkeit und Akklimatisationszeit.

  • Wir fanden die Langang-Tal-Wanderung echt schön und genossen, dass weniger los was als bei unserer Ghorepani-Pool-Hill-Wanderung.


#3 Vorbereitung: Besorgung des Trekking Permits

Für die meisten Wanderregionen in Nepal benötigst du eine Wandererlaubnis (Trekking-Permit). Wer mit einem Reiseanbieter wandert, d.h. mit Guide und ggf. Träger/Porter ist meistens versorgt: Der Reiseanbieter wird von dir ein Passfoto verlangen und dann das Trekking-Permit organisieren. Wer selbstständig wandern geht muss selbst das Permit für den Langtang-Nationalpark organisieren ("Mit oder ohne Guide?" - Unser Blogeintrag).


Es gibt hier 2 Möglichkeiten: Entweder die Wandererlaubnis im Voraus in Kathmandu besorgen oder einfach direkt am Check-Point zum Nationalpark kaufen. Es gibt eine Kontrollstelle wo jedes Transportmittel mit Wanderern dazu verpflichtet ist dort zu halten. Bei dieser Kontrolle wird das Eintrittsdatum bzw. der Start der Wanderung in dem Pass notiert wird.


Wir haben unsere Trekking Permits bereits in Kathmandu im Nepal Tourism Board besorgt und 3000 NPR (ca. 23 EUR) pro Person bezahlt. Zusätzlich haben wir eine TIMS (Trekkers' Information Management System)-Karte für noch einmal 2000 NPR (ca. 16 EUR) pro Person gekauft. Mit dem Kauf einer TIMS-Karte sollen Wanderer in der jeweiligen Region registriert werden. Bei selbständigen Wanderungen ist die TIMS-Karte grün und bei Gruppenreisen blau.


Für die Beantragung benötigst du:

  • Deinen Reisepass sowie eine gescannte Kopie

  • 2 Passfotos (für die TIMS-Karte)

  • Genügend nepalesische Rupien

Für die Beantragung solltest du folgendes wissen:

  • Die Wanderregion inklusive deiner ungefähren Trekkingroute

  • Den Wanderzeitraum: Tag an dem du die Wanderung startest und beendest

  • Deine Notfallkontakte in Nepal und/oder Zuhause

  • Deine Versicherungspolizze inklusive Telefonnummer und Deckungsbereich


Hinweis: Nachträglich wurde uns von Einheimischen und Guides gesagt, dass man die TIMS-Karte ausschließlich für das Annapurna-Gebiet braucht. Wir wurden auch an keinem Check-Posten nach der TIMS gefragt wurden, aber würden raten, einfach lieber die Karte zu kaufen.



#4 Anfahrt nach Syaphru Besi

Der Langtang Valley Trek, als auch der Gosaikunda Lake Trek, fangen meistens in Syaphru Besi (oftmals auch Syabrubesi, Syabru Besi oder Syabru Bensi geschrieben) an. Das Dorf liegt circa 130 km nördlich von Kathmandu entfernt an. Für die Anfahrt gibt es 3 Möglichkeiten:


  1. Busfahrt: 10-stündige Busfahrt entweder mit öffentlichen oder "VIP"-Bus: Der VIP-Bus ist schneller als der lokale Bus weil er nicht mehr Leute zusteigen lässt, wenn er voll ist

  2. Autofahrt: 8-stündige Autofahrt mit selbst gemietetem Jeep für bis zu 9 Personen (ab ca. 120€)

  3. Autofahrt: 8-stündige Autofahrt in einem geteilten Jeep (ca. 8€ pro Person)


Mit den Erinnerungen an unserer holprige Busfahrt von Ghandruk nach Pokhara wollten wir unbedingt einen Jeep nehmen. Da uns über 120€ für das Anmieten von einem Jeep mit Fahrer zu teuer war und wir nur zu zweit sind, haben wir uns für die letzte Option entschieden und es nicht bereut.


In dem geteilten Jeep passen neun Menschen plus Fahrer. Das bedeutet, dass eine glückliche Person vorne als Beifahrer*in sitzt während in den zwei Reihen dahinter jeweils vier Personen sitzen. Das bedeutet zwar, dass man etwas eingequetscht wird, aber dafür ist die Fahrt um 2-3 Stunden kürzer und weniger gefährlich als eine Busfahrt. Außerdem machen die Jeeps 2x Pause an sehr guten Restaurants. Besonders beim zweiten Stopp lohnt es sich die Kräfte aufzutanken, denn das vegetarische Dal Bhat im Jimbu Restaurant kostet nur 300 NPR und ist wirklich lecker.


Wir haben die Jeepfahrt in dem Büro "Nepal Wilderness Trekking" in Thamel zwei Tage vor Abreise für 1000 NPR (ca. 8€) pro Person gebucht. Der Besitzer sprach gut Englisch und buchte uns die Tickets binnen weniger Minuten. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit die Tickets direkt am Jeepticketschalter auf der Ring Road zu kaufen. Der Ticketschalter sowie die Abfahrt befindet sich im Norden Kathmandus, links von dem Fluss Bishnumati in der Biegung. Finden kannst du den Schalter auf der hilfreichen und kostenlosen App für Offline-Karten "MapsMe" . Die Abfahrt war bei uns um 7:30 morgens.


Wichtig: Lasst euch bei Buchung eine Jeep-Nummer oder Kennzeichen geben. Wir selber hatten keine Nummer auf unserer Rechnung, die als Ticket fungieren sollte. Also standen wir da und mussten bei jedem abfahrendem Jeep nachfragen.


#5 Mögliche Wanderroute: Unser Erfahrungsbericht 


Tag 1. Kathmandu - Syaphru Besi

1km / Höhenunterschied 0m

Wie schon erwähnt beginnt der Langtang Valley Trek in Syaphru Besi, einem kleinen und unserer Meinung nach eher unattraktiven Dorf. Ursprünglich wollten wir am Anfahrtstag nach Bamboo wandern und dort übernachten. Da wir um 14 Uhr ankamen wäre das möglich gewesen. Da wir aber von der holprigen Autofahrt ziemlich erschöpft waren, entschieden wir uns nur über die Brücke bis Old Syaphru Besi zu gehen.

Old Syapru Besi after crossing the bridge
Altstadt von Syapru Besi nach der Brücke

Wie der Name es verrät ist das die Altstadt und historisch gesehen der Ursprung des Dorfes, wobei es nach dem Erdbeben quasi komplett neu aufgebaut werden musste. Die Altstadt befindet sich gut einen Kilometer von der Bus- und Jeephaltestelle entfernt auf der anderen Flusseite. Wir empfanden es dort angenehm ruhig und landschaftlich schöner. Außerdem kennzeichnet Old Syapru Besi ohnehin den Startpunkt der Wanderung, so dass jede*r Wanderer*in hier los muss.


Übernachtet haben wir in dem Guesthouse, das sich direkt rechts hinter dem Torbogen befindet und blau angestrichen ist. Wir haben es als Guesthouse auf MapsMe vermerkt, denn leider wissen wir den Namen nicht. Dort lebt eine sehr liebe Familie mit drei Töchtern, welche gut Englisch sprechen. Besonders gefallen hat uns ihre Küche, die gleichzeitig das Wohn- und Esszimmer darstellt. Da wir früh vor Ort waren konnten wir uns ein Zimmer aussuchen und haben für die Übernachtung nur 200 NPR bezahlt und dort lecker gegessen.

Langtang river - View from bridge in old Syapru Besi (by hungrigaufmeer)
Langtangfluss - Aussicht von einer Brücke in Old Syapru Besi

Tag 2. Syaphru Besi - Lama Hotel

9.8km / Höhenunterschied 1.100m

Der zweite Tag ist offiziell der erste Wandertag und für die meisten steht der Aufstieg von zum Lama Hotel an. Lama Hotel steht übrigens nicht für nur ein Hotel, sondern für ein kleines Dorf in dem es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Es besteht aber auch die Option woanders zu schlafen, da der Weg an mehreren Hütten vorbeiführt. So oder so gibt es zur Hauptsaison genügend Möglichkeiten, um Rast einzulegen und das leckere nepalesische Essen zu probieren.


Bis auf den Anfang sowie einen kurzen Teil entlang einer Straße läuft man meistens im Schatten der Bäume. Der Weg windet sich die ganze Zeit durch Wald entlang des Flusses Langtang was einem immer wieder spektakuläre Anblicke auf das reißende Wasser und eine gute Sicht auf das Tal beschert. Der Weg bis zu dem Dorf Bamboo geht immer wieder hoch und runter aber nie sehr steil. Der einzig etwas stressige Teil geht über eine mitgenommene und schief hängende Brücke. Die ist aber hoffentlich inzwischen repariert.

View of the Langtang river from the Sherpa-Guesthouse in Bamboo (by Hungrigaufmeer)
Blick auf den Langtangfluss vom Sherpa-Guesthouse in Bamboo

Unsere Mittagspause für den Tag haben wir etwas nach der Hälfte des Weges in Bamboo gemacht. Da wir auf der Jeepfahrt den sympathischen Sherpa-Guesthouse-Besitzer kennengelernt wollten wir hier essen. Diesen Stopp können wir nur empfehlen, denn das Guesthouse bietet einen wunderschönen Ausblick auf den rauschenden Fluss bietet. Darüber hinaus hatten wir hier das beste tibetanische Brot auf der gesamten Wanderung und können jedem nur ans Herz legen, es so früh wie möglich zu probieren. 


Nach Bamboo kommt ein kurzer Abschnitt, der über einen Schuttabhang geht. Zum Glück ist dieser Teil aber eher flach und mit ordentlichen Wanderschuhen gut zu meistern. Nach einer Weile kommen dann die vielen Treppenstufen, die hoch zum Lama Hotel führen. Wer Badesachen eingepackt hat aber noch einen Stopp in Paigo einlegen und sich in den heißen Quellen, die es übrigens auch in Syaphru Besi gibt, erholen.


Nach circa 5 Stunden Laufzeit kamen wir im Dorf Lama Hotel an. Als wir ankamen hatten wir freie Auswahl, da noch keiner da war. Wir entschieden uns für das Tibet Guest House ausgesucht, indem wir kostenlos ein Zimmer mit Doppelbett bekamen. Die Unterkunft hatte sowohl eine kostenlose Solardusche sowie eine mit Gas beheizte Dusche (200 NPR). Natürlich probierten wir die Solardusche aus, die zwar nur lauwarm war, aber trotzdem sehr gut tat. Wirklich gefallen hat uns, dass am Abend in großer Runde im beheizten Raum gemeinschaftlich gegessen wurde. Außerdem war die Familie sehr freundlich und die Frau auf dem oberen Foto gab uns ihre Brennesselsuppe später auch zu probieren.

Women making nettle-soup in Lama Hotel village (by HungrigaufMeer)
Frau bei Zubereitung einer Brennesselsuppe im Lama Hotel Dorf

Insgesamt fanden wir diese Unterkunft irgendwie gemütlicher als die Unterkunft etwas oberhalb namens Origin Lama Hotel. Dort schliefen wir wegen Vollbelegung auf unserem Rückweg. Falls ihr außerhalb des "größeren" Dorfes übernachten möchtet, dann könnt ihr auch das erste Hotel in Rimche ausprobieren. Uns wurde mitgeteilt, dass es dort ziemlich schön ist.



Tag 3. Lama Hotel - Gumba

10km / Höhenunterschied 910m 

Der dritte Tag ist wahrscheinlich der schönste Tag der Wanderung, denn es geht hoch ins Langtang Tal auf 3500 Metern. Der Wandertag beginnt für uns, wie für die meisten anderen bereits gegen 6:30. Es geht zunächst durch ein weiteres Waldstück, wobei es ab 3000m Höhe immer weniger Bäume gibt und es kahler wird. Kurz vor dem Dorf Ghoda Tabela wurden wir auf einer Lichtung von der Sonne geküsst, die sich bei der morgendlichen Wanderung noch hinter den Bergen versteckt hatte. Auf dem Weg nach oben kommen immer wieder Möglichkeiten, um Pause zu machen, Tee zu trinken oder die lokale Küche zu entdecken.

Unsere Mittagspause verbrachten wir im Dorf Ghoda Tabela und saßen gemütlich auf Holzbanken in der Sonne. Ghoda Tabela liegt auf der linken Seite des Flusses, das heißt das Dorf kommt wenn ihr nicht über die Hängebrücke geht, sondern den Weg weiter geradeaus nehmt. Auf 3000 Metern Höhe die besten Himalayan Fried Noodles, die wir während unser 1-monatigen Nepalreise hatten. Der Tag war für uns gefühlt weniger anstrengend als der vorherige und wir kamen so gegen 14 Uhr in Gumba an.


Aufgrund der beeindruckenden Aussicht entschieden wir uns in der Unterkunft Langtang View Guesthouse zu übernachten. Gumba ist quasi das letzte Dorf vor dem Langtang Valley aber bietet eine tolle Aussicht in beide Richtungen des Tals und war für uns deswegen einfach den früheren Stopp wert. Außerdem hatten wir das Gefühl hier war es noch etwas ruhiger.



Das Guesthouse hat uns sehr gut gefallen. Während die Unterkünfte bis Gumba wirklich einfach waren, so hatten wir hier Strom und konnten unsere Kameras und Handys laden sowie in der Solardusche heiß duschen. Die Inhaber waren sehr herzlich und führen sogar eine kleine Bäckerei, die wirklich zu empfehlen ist. Wie in der Nacht zuvor haben wir lediglich für das Essen bezahlt und hatten ein Zimmer mit eigenem Bad.


Noch eine Anmerkung: Während der Trek recht angenehm ist, so macht man innerhalb der ersten 2 Tage bereits viele Höhenmeter. Am Abend sprachen wir mit anderen Wanderern und fast alle spüren die Höhe in Form von sehr leichten oder doch stärkeren Kopfschmerzen. Bitte unterschätze das nicht, wenn du deine Etappen planst!



Tag 4. Gumba - Mundu

3km / Höhenunterschied 200m

Leider funktioniert nicht immer alles nach Plan und so kam es, dass Jan und ich uns nicht so super fühlten. Ursprünglich wollten wir bis Kyanjin Gompa, was auch von der Strecke gut zu bewältigen ist, aber so wurde es ein kurzer Wandertag. Wir gingen durch das Langtang Dorf, wo wir kurz zum Tee trinken anhielten, bis zum TipTop Guesthouse in Mundu. Dort stand unser Ruhetag an. Dabei waren wir übrigens nicht die einzigen: ein australisches Pärchen vom Vorabend und ein Ehepaar aus Frankreich machten ebenfalls Pause.


Wer sich fit fühlt kann am vierten Tag bis in die letzte Stadt Kyanjin Gomba auf 3900m laufen. Die Strecke beträgt circa 8km und es werden weitere 500 Höhenmeter überwunden. Von Kyanjin Gomba können Tageswanderungen gemacht werden wie zum Beispiel auf den niedrigeren Kyanjin Rii auf 4300 Meter oder auf den höheren auf 4600 Meter (einen schönen Blogbeitrag auf Englisch gibt es von Elisha von beyondwildplaces dazu). Dafür solltest du spätestens in Kyanjin Gomba einen Pausentag planen. Auch wenn es die eigene Sportlichkeit es nicht verlangt, so haben wirklich viele bei diesem Trek mit dem Höhenunterschied zu kämpfen.


Da unser Flug nach Myanmar bevorstand, entschieden wir uns an Tag 5 unserer Wanderung den Rückweg anzutreten. Natürlich waren wir ein wenig traurig, dass wir das letzte Dorf nicht erreicht hatten aber trotzdem haben wir die Wanderung genossen und waren froh die wundervolle Langtang-Region entdeckt zu haben. Die geselligen Abendessen mit anderen Wandern, die vielen herzwärmenden Begegnungen mit den Bergmenschen und die atemberaubende Landschaft werden wir so schnell nicht vergessen. Für den Abstieg benötigten wir entspannte 2 Tage mit einer Übernachtung im Lama Hotel Dorf.



#6 Rückfahrt nach Kathmandu

Die Abreise gestaltet sich ähnlich wie die Anreise. Das heißt es kann entweder ein Jeep oder Bus genommen werden. Bei der Rückfahrt hat uns der Jeep 700 NPR pro Person gekostet und ist um 9 Uhr morgens losgefahren. Wir kamen um 14:30 in Kathmandu an.


Laut den Einheimischen sind die Jeeps sehr beliebt und daher sollte man seine Plätze am besten einige Tage früher reservieren. Wir hatten Glück, denn wir haben erst am Vorabend versucht Rückfahrttickets zu bekommen und gerade so die zwei letzten Plätze bekommen. Dabei bekamen wir Hilfe von der Familie bei der wir in Syphru Besi schon einmal übernachtet hatten.


Tipp: Falls ihr wisst wann ihr eure Rückfahrt nach Kathmandu nehmen möchtet, dann lohnt es sich vielleicht das Ticket vorzubestellen, außer euch stört es nicht im Notfall den Bus zu nehmen. Der VIP-Bus kostete 750 NPR pro Ticket. 

Laura during the climb to the village Mundu (by HungrigaufMeer)
Laura beim Aufstieg in das Dorf Mundu

#7 Unsere 9 nützlichen Tipps für dich

1. Wasser: Überlege dir vorher wie du das mit dem sauberen Trinkwasser machen möchtest! Wir haben Auffüllflasche mit Wasseraufbereitungstabletten gehabt. Andere benutzen Wasserfilter, wie z.B. Lifestraw. So spart ihr nicht nur eine Menge Geld, sondern auch Plastik. Die Wasserflaschen haben ab Bamboo 300 NPR statt 20-30 NPR gekostet, denn sie müssen dort hochgetragen werden.


2. Proviant: Wir waren super froh, dass wir in Kathmandu Klopapier, Snacks und Kaffeepulver mitgenommen haben. Auf den Hütten gibt es kein Klopapier und es ist nett zwischendurch mal einen Schokoriegel zu auf die Schnelle essen zu können.


3. Sonnenschutz: Unbedingt Sonnenbrille und Sonnencreme einpacken! Ab 3000 Metern wird es sehr sonnig. Falls du auch noch auf die Gipfel steigst und dort Schnee liegt, brauchst du unbedingt eine Sonnenbrille.


4. Ausstattung: Ein Schlafsack sowie eine warme Jacke lohnen sich bei einer Wanderung im November/Dezember. Wir haben beides in Kathmandu im Laden "Kalapatthar Trekking Store" ausgeliehen. Für jede Jacke und Schlafsack zahlten wir je 100 NPR (0,80 EUR) pro Tag. Unsere Jacken sahen wie neu aus. Wir fanden sie im zweiten Stock des Ladens. Für jede Jacke und Schlafsack zahlten wir je 100 NPR (0,80 EUR) pro Tag. Außerdem wird normalerweise eine Kaution verlangt. Wir haben verhandelt und nur Jans Führerschein abgegeben und eine Anzahlung von 1500 NPR geleistet. Wir waren wirklich sehr zufrieden mit dem Ausleihshop!


Obwohl du deinen Rucksack leicht haben solltest, empfehlen wir dir Wechselschuhe mitzunehmen, auch wenn es nur Flipflops sind! Nach so einer Wanderung können die Wanderschuhe ziemlich böse riechen, so dass Wechselschuhe für abends wirklich angenehm sind. 


5. Zeit lassen: Lass dir Zeit! Wir raten dir lieber 1 bis 2 Tage Puffer einzuplanen und dir Ruhetage zu nehmen. Ab dem Langtang-Dorf wirst du die Höhe bereits merken. Du hast am Ende mehr davon als wenn du frühzeitig runter musst oder mit Kopfschmerzen rumläufst. :)


6. Navigation: Eine sehr hilfreiche App ist MapsMe. So wie überall in Nepal ist MapsMe bei weitem zuverlässiger als Google Maps und kann durch vorherigen Download offline benutzt werden. Selbst die Wanderwege sind eingezeichnet und können euch im Notfall helfen. Hilf auch anderen und vermerke hilfreiche und sehenswerte Orte.


7. Strom: Bei einigen Hütten gibt es keine Steckdosen, daher solltest du nach Möglichkeit ein Solarladegerät oder Powerbank mitnehmen.


8. Kälteschutz: Versteck deine Geräte wie Handy und Kamera in der Nacht unter der Bettdecke oder unter Klamotten! Da es nachts sehr kalt in den Hütten wird entladen sich die Geräte sehr schnell. 


9. Geld: Vergiss nicht in Kathmandu genügend Geld abzuheben und mitzunehmen. Wir haben für unsere 7-Tage-Wanderung lediglich 250€ zu zweit ausgegeben, aber das kommt ganz auf dich an. Wenn du diese Wanderung mit Reiseunternehmen planst, können deine Kosten gut bei 600€ pro Person liegen.

White yak that enjoys the view in the Langtang-Region (by HungrigaufMeer)
Weißer Yak der die Aussicht im Langtang-Gebiet genießt

#8 Eigene Eindrücke und unser Fazit

Für uns war dieser Trek der zweite in Nepal und obwohl wir den Ghorepani Poon Hill Trek ziemlich eindrucksvoll fanden, so war die Wanderung durch die Langtang-Region definitiv auch ein Highlight während unserer 1-monatigen Nepalreise. Das Gebiet ist einfach traumhaft schön und sehr abwechslungsreich. Neben unzähligen Wasserfällen begegnet man vielen friedlichen Yaks, hört das Rauschen des Langtangflusses, sieht die schneebedeckten Gipfel der Berge und genießt die Sonnenstrahlen im Tal.


Wir haben auf unserem Trek nicht nur andere sympathische Wanderer aus aller Welt kennengelernt, mit denen man in einer großen Runde zu Abend isst, sondern durften auch die herzlichen Tamang-Menschen kennenlernen, die uns mit ihrem warmen Lächeln und ihrem leckeren Essen wirklich bereichert haben.


Ein weiterer Pluspunkt des Langtang-Treks ist die geringerer Anzahl an Wanderern sowie der abwechslungsreiche Weg. Denn es geht hoch und runter, mal über Treppen, mal über Felsen, mit einer wechselhaften aber immer schönen Aussicht. Somit bleibt nur zu sagen, dass wir den Langtang-Trek jedem nur wärmsten empfehlen können. Auch noch einen Monat später träumen wir von tibetanischen Brot und süßen Yaks .

 

Na haben wir deine Wanderlust oder deinen Reisehunger auf Nepal wecken können? Bei Fragen schreib uns gerne einen Kommentar. Ansonsten schau dir gerne auch unsere anderen Blogeinträge, unsere Fotogalerie oder unser Video an.


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