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Rundweg um die Aiguille de Vénosc im Parc National des Écrins in Frankreich

Wie sagt man so schön: "der Weg ist das Ziel". Obwohl dieser Satz nicht in jeder Lebensphase zutrifft, so trifft er zur unseren Wanderung im August 2019 um l'Aiguille de Vernosc in Frankreich zu. Obwohl wir natürlich zwischenzeitlich einfach nur ankommen wollten und es kaum erwarten konnten in den Lac de Lauvitel zu springen, so hat uns dieses Erlebnis im Freien wieder einmal vor Augen geführt wie wunderschön die Natur ist und wie viel Frankreich zu bieten hat. einem atemberaubenden Blick auf die Barre des Ecrins (4 102 m).


Sicht auf den Lac de la Muzelle von unserem Zelt aus

Eckdaten zur Tour de l'Aiguille de Vénosc


Ort: Im nördlichen Teil des Nationalparks Écrins, nicht weit von der italienischen Grenze

Karte/Führer: Carte IGN 1:25000 3336 ET Les Deux Alpes


Start & Ende: La Danchère (989m)


Höchster Punkt: Col du Vallon (2540m)

Höhenmeter: 1855m

Distanz: 23 km

Dauer: 8 Stunden über 2-Tage

Typ: Rundweg


Schwierigkeit: schwierig


Charakter: Die Tour de l'Aiguille de Vérnosc ist auf jeden Fall eine anspruchsvollere aber wunderschöne und machbare Route. Zwischen Wasserfällen, kleinen Pfaden mit traumhaften Aussichten und erfrischenden Seen geht das Wandern fast ganz einfach. Wer nicht Zelten möchte kann in einem Refuge einkehren.



Anreise nach la Danchère


Für den Startpunkt der Wanderung haben wir das Dorf La Danchère (989m) gewählt und dort auf dem großen Parkplatz geparkt. Alternativ kann die Wanderung auch bei Le Bourg d'Arud (960m) weiter östlich gewählt werden. Da wir die Wanderung im Uhrzeigersinn machen wollten und den flachen Weg entlang des Bachs Vénéon als Aufwärmung nutzen konnten, fanden wir diese Variante angenehmer.


Beschreibung der Wanderroute


Tag 1. La Danchére (989m) - Lac de la Muzelle (2100m)


Angekommen in la Danchère (989m) geht es zunächst circa 50min Richtung Venósc. Dieser Teil verläuft an dem Bach Vénéon, ist relativ flach und gestaltet sich als gutes Aufwärmen für den späteren Anstieg. In Venósc angekommen beginnt der eigentliche Pfad namens "Tour de l'Oisans" zu dem Lac de la Muzelle.



Dort folgt ein relativ steiniger Aufstieg, der jedoch durch die viele Bäume recht schattig ist. Auf dem Weg passiert man mehrere kleine und größere Wasserfälle bis der Weg langsam sonniger wird. Es folgt ein flacherer Teil entlang am Wasser bis man eine kleine Brücke überquert und der letzte steinige Aufstieg folgt bis man nach circa vier Stunden den Lac de la Muzelle erblickt.


Tag 1. Lac de la Muzelle (2100m) - La Danchére (989m)

Über: Col du Vallon (2531m) & vorbei am Le Lauvitel (1505m)


Mit der noch frischen Erinnerung an den atemberaubenden Sternenhimmel, den wir uns um 3 Uhr morgens angeschaut haben, geht es am nächsten Morgen früh los. Nachdem die Wasserflaschen am Refuge aufgefüllt sind und beginnt der Aufstieg zum Col du Vallon (2531m). Der Anfang des Weges führt durch steiniges Geröll und verläuft anschließend im Zickzak hoch.


Oben angekommen kann man den atemberaubenden Ausblick auf den Lac de la Muzelle sowie mit etwas Glück bei gutem Wetter den Barre des Ecrins (4102m) bewundern. Auf der anderen Seite folgt ein Abstieg durch die Wolken bis die Sicht auf das Naturschutzgebiet Lauvitel und seinen See sich eröffnet. Der Abstieg offenbart eine üppige Vegetation und auch Adler drehen ihre Runden.


Der Anfang des Abstiegs gestaltet recht angenehm: Doch sobald man den Lac du Lauvitel sieht wird dieser auch etwas steiler. Der lang anhaltende Blick auf den See ist zwar sehr schön, kann aber auch etwas trügerisch sein, denn der Weg runter dauert dann doch noch etwas länger als es aussieht. Zwischenzeitlich wird der Pfad auch sehr schmal, so dass Vorsicht geboten ist. An zwei Stellen muss mit Unterstützung von Stahlseilen etwas geklettert werden, wobei genau dieser Teile uns Spaß bereiten.


Am Lauvitel-See (1505m) angekommen genießen einige Leute am steinigen Strand das gute Wetter. Nach einer kurzen Abkühlung und Pause am See geht es von hier nur noch knapp eine Stunde bis zum Parkplatz. Der Weg ist ziemlich gut besucht, da sich auch Familien eine Erfrischung am See erhoffen. Dafür ist der Abstieg recht leicht und liegt angenehm im Schatten der Bäume.


Apropos Zelten


Für uns stand zu Beginn an fast, dass wir an dem See de la Muzelle übernachten möchten. Dafür gibt es drei, in unseren Augen auch gute, Gründe:


Halbzeit: Wenn man die Route so wählt wie wir, so hat man zwar am ersten Tag einen anstrengenden Aufstieg, aber man darf sich am Muzelle-See darüber erfreuen, dass die Hälfte geschafft ist (und man den anstrengenden Aufstieg zum Col de Vallon auf morgen verschieben).


Flachland: Gegenüber vom Refuge auf der anderen Seeseite ist eine relativ flache Stelle an der das Zelt sehr gut aufgebaut werden kann. Abgesichert mit Steinen vom Bach mündet wurden wir so gut vom Wind geschützt und konnten morgens Pferden und einem Esel beim Grasen zu schauen.


Refuge: Obwohl wir uns für das Zelten entschieden haben, fanden wir es praktisch eine Unterkunft mit Toilette, Duschen, Trinkwasser und notfalls Essen in der Nähe zu haben. Falls man nicht wie wir zelten möchte, so kann man auch in der Unterkunft am See einen Schlafplatz ergattern. Aber Achtung: hier scheinen im Sommer die Plätze schnell vergeben zu sein.




Unser Fazit zur Wanderung: Muskelkater aber glücklich


Der 2-tägige Wadenmuskelkater der nach der Wanderung folgte war uns die Wanderung alle mal wert. Die Tour de l'Aiguille de Vérnosc ist abwechslungsreich, anspruchsvoll aber mit seiner Aussicht auf Gletscher und hohen Berge einfach wunderschön. Es gibt mehrere rauschende Wasserfälle, Schafe, die beim Aufstieg zum Col de Vallon entspannt auf halber Höhe sitzen, einen großen Adler, der seine Runden am Himmel zieht, erfrischende und zum Teil badetüchtige Seen und vieles mehr.


Nach insgesamt 23km, 2254 verbrannten Kalorien, 1,885 Höhenmetern und circa 2 Stunden sind wir kaputt aber glücklich an unserem Auto angekommen und haben uns gefreut, unsere Bilder und Videos zu teilen. Gleichzeitig freuten wir uns aber auch auf eine warme Dusche und auf die kommende Nacht im Bett statt im Zelt.


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Jan Ackermann & Laura Frackowski

 

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